Einzelheiten zur Ernährung von etwa 8,000 Kinder in 8 tibetischen Kinderdörfern (TCV’s) in Indien und Ladakh:

Zwischen 25 und 45 Kinder leben mit einer Hausmutter (und meistens einem Hund) in einer Hausgemeinschaft. Die Hausmutter (im tibetischen „Amala“) kocht 3 Mahlzeiten am Tag, führt den Haushalt und unterhält zumeist noch einen Gemüsegarten. 2016 wurde ich von der Direktorin des Mütter-Ausbildungszentrums, Mrs Kalsung Sharling, gebeten, eine Ernährungsanalyse von diversen Wochen-Menu-Plänen zu machen. Dabei kam heraus, dass die Kinder eigentlich recht gut und auch ausgewogen ernährt sind. In jedem Fall sind sie kalorisch ausreichend ernährt, d.h. erhalten genügend Nahrungs-Energie. Trotzdem könnte man die Ernährung optimieren, was die Eiweiss-Zufuhr und vor allem auch Eiweiss-Qualität betrifft. Da die Kinder aus finanziellen Gründen kein Fleisch und kaum Milch sowie nur wenige Eier erhalten, liegen sie in der Calcium-Versorgung, welches gerade im Wachstumsalter für das Knochen-Wachstum so wichtig ist, mit nur 50% Bedarfsdeckung sehr niedrig.

In einem ersten Schritt hatte ich versprochen, die Hausmütter in Ernährung zu schulen: Wenn sie besser geschult sind in Ernährung, wird es ihnen auch trotz der sehr beschränkten Mittel besser gelingen, für die Kinder zu sorgen, die sich in ihrer Obhut befinden.

Mittlerweile werden in den nordindischen TCV’s auch einige indische Kinder aus abgelegenen Gebieten im Himal Pradesh aufgenommen, die sonst wenig Chancen auf eine Schulbildung hätten. Sie wachsen zusammen mit den tibetischen Kindern in der tibetischen Tradition auf und erhalten dafür eine gute Schulbildung und Ernährung.

Frau Kalsang Sharling hat mich in beiden Jahren (2017 und 2018) die ganzen 4 Wochen begleitet und – wenn notwendig – eine tibetische Zusammenfassung der englischen Unterlagen und meines Vortrages gemacht. Mittlerweile konnte ich alle Vortragsfolien in Buchform binden lassen, damit die Hausmütter auch nach meiner Abreise dort nachsehen können. Kai Müller von der ICT (International Campaign for Tibet) hat den Druck der 200 Bücher übernommen! Ab 2018 hat er uns auch finanziell bei den Schulungen mit den Reisekosten üunterstützt. Auch die zweite, überarbeitete Neuauflage des Schulungsbuches 2019 wir er übernehmen und die weiteren Reisekosten der Schulungen 2019.


http://www.savetibet.de/              

2019 werde ich dann Krankenschwestern, Biologie- und Naturkunde- sowie sog. Wissenschaftslehrer in Ernährung unterrichten, sowie Auffrischungskurse in den nordindischen TCV’s machen. Für die Jahre 2020/2021 habe ich versprochen, ein richtiges Ernährungsbuch zu schreiben „Kleine Ernährungslehre für tibetische Hausmütter“. Da ist noch viel zu tun!

Im Sommer Newsletter 2017 der TCV’s wurde sogar über unsere Schulungen berichtet. Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut!

Nutrition Training 4 TCV’s 2017

Die Schulungsunterlagen

Die Schulung ist erfolgreich und macht Freude

Am Ende machen wir immer eine Gruppenaufnahme, dazwischen besuchen wir einige Häuser, um das normale Leben der Kinder zu sehen. Es ist immer viel los, die Kinder toben über den Sportplatz, helfen aber auch ihren Hausmüttern bei der täglichen Arbeit.

Einige Impressionen der Schulungen